F1Treue Systeme – oder: Warum wir mehr Verlässlichkeit brauchen
Wissenschaftliches Forum und DGSF Fachtag
Systeme – das ist ein modernes, der Kybernetik entlehntes Wort für Menschen in enger Verbindung - Menschen, die in verschiedensten Gemeinschaften arbeiten, leben und lieben.
Diese Gemeinschaften, unabhängig ob Familie, Partnerschaft, Freunde oder Arbeitskollegen, bilden den Treibstoff menschlichen Seins. Unser Wesen ist – was die moderne Neurobiologie in mannigfacher Weise beweist – an den lebendigen Austausch mit anderen Menschen und unser Zusammenwirken geknüpft. Nur in enger Beziehung, nur in Bindungen, die uns Impulse, Kraft und Sicherheit schenken, können wir uns gut entwickeln und unser Glück finden.
Im Zeitalter der Ein-Kind-Familie, des Individualismus und der flexiblen Arbeitswelten, wird die gemeinschaftliche Luft dünn. Sich aneinander orientieren, sich auf andere einstellen, zuhören, verstehen, helfen und einfach da bleiben klingt selbstverständlich – ist es aber schon lange nicht mehr. Beziehungen werden als nicht beständig erlebt: Wie lange hält ein Beziehungsversprechen, wie lang eine Ehe und wie viele Menschen können sich tatsächlich auf ihre Familie verlassen? Gibt es in Zeiten des Wandels noch „treue Arbeitgeber“, wird man vermisst, wenn man geht oder „ist jeder ersetzbar“?
Wir laden Sie ein in die Welt der Bindungsforschung, der Neurobiologie und der Praxisforschung, um genauer zu sehen, wohin unsere Welt jenseits der Bedürfnisse ihrer Menschen driftet, welche Störungen und Krankheiten daraus resultieren und welche Möglichkeiten wir als Therapeuten und Berater haben, Beziehungsarmut und –abbrüche zu vermeiden, Systeme zu stärken, gemeinschaftliches Denken zu fördern und Verbindungen zu Ausdauer zu verhelfen. Das systemische Denken und Handeln bietet eine Vielzahl von Ideen und Methoden, die bewirken, dass Treue Spaß macht.
